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Sonntag, 4. September 2011

Zoë


Zoë- Clay Carmichael

Zoë ist in richtiger Wildfang: eigensinnig und für eine Zwölfjährige weiß sie ziemlich genau was sie will und wie sie alleine zurecht kommt. Sie braucht niemandem, schon gar keinen Erwachsenen, der versucht ihr Leben zu regeln. Früher oder später lassen die einen ja eh wieder hängen - das ist Zoës Einstellung.

Kein Wunder, dass sie so denkt: ihre Mutter war in keinster Weise in der Lage für sie zu sorgen und ihr ein Zuhause zu bieten, dass diesen Namen verdient hat. Und deren trinkende Freunde haben sich auch ein Dreck um sie geschert. Nur wenn's darum ging sich mal was Geld borgen zu können, schenkten sie Zoë ein wenig Aufmerksamkeit. Ziemlich rasch hat sie gelernt selber klar zu kommen.

Um so schwieriger ist es für sie als ihre Mutter Selbstmord begeht und ihr Onkel Zoë adoptiert. Henry ist ein verschrobener Mittfünfziger: ein eigenbrötlerischer Künstler, der Bruder von Zoës leiblichen Vater, den sie selbst nie kennengelernt hat.

Nun heißt es für die beiden miteinander auskommen. Ob das gut gehen kann?

Carmichael erzählt eine wunderbare Geschichte über ein Mädchen, dass den Glauben in die Erwachsen und die guten Absichten der Menschen schon fast verlorenen hatte. Zoës Schlagfertigkeit und ihr Blick auf die Erwachsenenwelt machen sie zu einem der sympathischsten Romanhelden des Herbstes. Sie nimmt die Leserschaft mit ihrer Art sofort für sich ein.

So hat eine besondere Verbindung zu Tieren und zähmt den Kater, der auf Henrys Grundstück lebt. In kleinen Schritten. Aus dessen Perspektive wird auch ein Teil der Geschichte erzählt.

Doch der Roman geht nicht nur um Zoë und Henry. Zoë streift nach der Schule, die sie erst nur widerwillig besucht, gerne durch den Wald. Eines Tages erblickt sie dort zwischen den Bäumen ein weißes Reh. Sie versucht ihm zu folgen. Dabei stößt sie auf eine Holzhütte mitten im Wald. In dieser Hütte hat jemand eine Sammlung von Feder, Eierschalen und anderen Dingen aus der Natur angelegt und es gibt eine kleine schatel mit lebensechten Schnitzerein von Holzfiguren. Die Hütte wird zu Zoës Ort: ein kleines eigenes Zuhause, in das sie sich nach der Schule flüchtet und wenn es Ärger mit Henry gab. Sie richtet sich die Hütte her: räumt auf, putz, macht es wohnlich. Und kommt jeden Tag zum Lesen her. Eines Tages findet sie eine kleine neue Schnitzerei auf dem Kopfkissen des Bettes: einen Kater, der so aussieht wie der bei Henry. Wer hat ihn dort hingelegt? Und wer ist der Schatten, der beim Reh war, als sie versuchte ihm zu folgen? Wessen Hütte ist dies ursprünglich?

Was Zoë Rätsel aufgibt wird zu einer abendteuerlichen Fahndung, nach dem der Sohn des Bürgermeisters Zoës Tagebuch entwendet hat und mit seinem Cousin ihren Zufluchtsort verwüstet: irgendwer verteidigt den Ort- der Junge wird von einem Pfeil am Arm getroffen. Zuerst steht Zoë unter Verdacht. Doch die rätsel genauso sehr darüber, was dort im Wald los ist. Sie wird eine ungewöhnliche Entdeckung machen.

Eine spannende Geschichte, die viel Freude macht. Ab 13 Jahren.

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