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Samstag, 23. Juli 2011

Zola Jackson


Zola Jackson- Gilles Leroy

2005: Hurrikane Katrina wütet in New Orleans und versetzt die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Viele Menschen verlassen ihre Häuser und fliehen. Doch Zola harrt aus. Sie will nicht mit, nicht in einem der vielen Menschenströme stecken, die an Engpässen wie Brücken plötzlich ins Stocken geraten und nicht weiterkommen. Ihr Haus ist solide, gebaut von ihrem Mann Aaron. Es wird dem Sturm trotzen. Schon einmal hat sie einen solchen "ausgesessen". Mit ihrem Sohn Caryl, der damals ein kränkliches Baby war. Mit hohem Fieber. Da war nicht an Flucht zu denken. Und sie haben es überlebt. Auch als die Deiche brachen und das Wasser kam.
Diesmal werden die Deiche nicht brechen, dass wurde ihnen versprochen. Diesmal keine große Flut.

Der Neffe der Nachbarin vesucht vergebens die sture Zola davon zu überzeugen, dass sie die Stadt verlassen soll. Sie winkt ab. Bleiben möchte sie, allein schon wegen Lady. Ihrem geliebten Hund, den Caryl ihr geschenkt hat. Caryl, ihr einziges Kind. Der intelligente Junge mit den grünen Augen. Seine Hautfarbe viel heller als ihre.

Allein im Haus mit der Stille vor dem Sturm, beginnt Zola sich zu erinnern. Ihre Erinnerungen speisen sich allesamt aus der Auseinandersetzung mit dem Verlust ihres Sohnes. Den sie nicht ganz wahrhaben will. Die Gefühle, die sie nicht zulassen will, normalerweise mit ein paar Bier ertränkt.

Was daherkommt wie die Geschichte einer sturen Alten, die ihr Haus und ihren treuen Gefährten nicht aufgeben will, ist in Wirklichkeit viel mehr. Es ist die Geschichte einer schwarzen Frau, die sich nur allzu gut an die Rassengesetze erinnern kann und die auch heute noch den Unterschied zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung zu spüren bekommt. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die einen Fehler gemacht hat und dafür aus dem Elternhaus flog. Die sich als alleinerziehende Mutter durchschlug, in einer Gesellschaft in der vor alles Vorhänge gehören, damit man Unschicklichkeiten verbergen kann. Und nicht wie Zola, stolz den unehelichen Sohn aufziehen. Es ist die Geschichte einer Mutter, die sich für ihr Kind nur das Beste wünscht und es antreibt. Die Stolz ist auf die Intelligenz ihres Sohnes. Die davon träumt, dass er an einer großen Universität unterrichtet mindestens. Einer Mutter, die mit den Wünschen ihres erwachsenen Sohnes nichts anfangen kann. Einer Mutter, die nicht akzeptieren kann, dass ihr schwuler Sohn einen Weißen liebt.

Eine Geschichte über eine innige Mutter-Sohn-Beziehung, die Risse bekommt, über Verlust, über Krankeheit, über Rassismus, über ein Land, über Hurrikane Katrina, über das Leben einer Frau.

Lesenswert!

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