
Nächsten Sommer- Edgar Rai
Auf der Suche nach dem perfekten Sommerbuch, dass einen in Urlaubsstimmung versetzt, griff ich im Juni in das Regal mit den Taschenbuchnovitäten. Ein "Roadmovie, das den Sommer, die Freiheit und die Liebe atmet", klang ganz so als könnte es das Richtige sein.
Felix, leicht neurotisches Mathegenie, dass in seinem Leben vor sich hindümpelt und in einem Bauwagen lebt, erbt überraschend das Haus seines Onkels. Ein Haus direkt am Meer, in Südfrankreich. Nicht, dass er es schon einmal gesehen hätte. Erstaunlicherweise hat er seinen Lieblingsonkel nie dort besucht.
Als er abends mit seinen Jungs vor der Glotze hockt und Fußball guckt, kommt ihm die Idee einfach los zu fahren. Ab in den Süden. Am nächsten Tag. Marc, sein bester Kumpel, ist sofort Feuer und Flamme. Bernhard zögert: er will nur mit wenn Zoe auch mit von der Partie ist.
Am nächsten Tag hocken die Jungs dann doch nur zu dritt in Marcs klapprigen VW-Bus. Zoe ist mit ihrem Geliebten auf dem Weg in die Schweiz. Was Bernhard die Stimmung ordentlich verhagelt hat.
So beginnt die Tour Richtung Traumhaus. Schon bald gabeln sie an einem Rastplatz Lilith auf, deren Mitfahrgelegenheit etwas aufdringlich geworden ist. Sie ist auf dem Weg zu ihrer Schwester und nimmt die Jungs kurzerhand dorthin mit. Nach diesem Abstecher holen sie Zoe vom nahegelegenen Flughafen ab: der Trip mit ihrem Chef verlief nicht ganz wie geplant. Wutentbrannt und enttäuscht hatte sie ihre Sachen gepackt und sich entschlossen den anderen nach Frankreich zu folgen. Ablenkung suchend, bloß nicht mit gebrochenem Herzen daheim hocken.
Die Fahrt gestaltet sich ziemlich abendteuerlich, vor allem ab dem Punkt, wo sie nur mal eben kurz eine Schlucht erkunden wollen. Das der Bus sie überhaupt bis dorthin bringt scheint schon ein Wunder. Kurz hinter der französischen Grenze kommt noch ein Passagier hinzu.
Im Rückblenden erfährt man etwas über die Freunde, was sie verbindet und was ihre Träume sind. Besonders über Felix erfährt der Leser so einiges: seine Erinnerungen an seinen Onkel, seine Kindheit, die nicht ganz einfach war, wegen seiner Begabung, die problematische Beziehung zu seinem Vater. Zu der Roadmoviestory, kommen also noch familiäre Elemente, die der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen.
Die Reise läßt die Freunde an ihre Grenzen gehen. Das gemeinsam Erlebte rüttelt sie aus dem Alltagstrott wach und der Weg scheint frei für Neues.
Eine kurzweilige Geschichte, die zwar an manchen Stellen klischeemäßig etwas überzogen ist, aber durchaus sehr gut unterhält. Pasende Lektüre für einen Sommerabend. Idealerweise am Meer. Also ab damit ins Reisegepäck.
Seit Juni neu im Taschenbuch bei aufbau.
Da haben wir das Buch wohl zeitgleich gelesen? Meine Rezi dazu ging zwei Tage vor deiner Online, hihi. Und wir haben so ungefähr die gleiche Meinung zu dem Buch =)
AntwortenLöschenliebe Grüße,
Cara
:D hab's gerade gesehen. lustig.
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