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Sonntag, 20. März 2011

Jacob beschließt zu lieben


Jacob beschließt zu lieben - C. D. Florescu

Florescus neuer Roman ist ein Familienepos, das 300 Jahre umspannt. Im Mittelpunkt steht der junge Jacob Obertin, der in den 1920er Jahren in dem kleinen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat, geboren wird. Kränklich, kaum lebensfähig, wird er von seinem kaltschnäuzigen Vater, der sich einen starken Stammhalter für die Familie Obertin wünscht, gedemütigt und ignoriert. Der Vater läßt jeden Frust an ihm ab. Die Mutter wendet sich ebenfalls von Jacob ab, um ihrem Mann zu gefallen. Einzig der Großvater und die Zigeunerin Ramina schenken Jacob Aufmerksamkeit und ein wenig Wärme. Freunde hat er keine: stets ist er der kleine Schwächling, fest gebucht auf die Rolle des Außenseiters. Als Hitler an die Macht kommt, steht er mehr denn je alleine da: er wird durch seine physische Schwäche und die Freundschaft zu Ramina und dem "Serbenmädchen" Katica zur Zielscheibe für seinen Lehrer und die Jugen der Hitlerjugend. Zur gleichen beginnt sein Vater Raminas Sohn Sarelo als Verwalter für das Gut anzulernen und schiebt Jacob mit dem Großvater in die nächstgelegene Stadt ab. Dort verbringt Jacob eine gute Zeit, in einer Schule in der er wirklich etwas lernt und die ihn auf ein Studium vorbereitet. Er blüht richtig auf, fern von seinem Vater. Auch seine Freundschaft zu Katica wird enger. Bis eines Tages die Nazis auch die Stadt erreichen und der Laden in dem Katica arbeitet geschlossen wird. Als der Krieg seinen Höhepunkt und kurz darauf sein Ende erreicht, müssen Jacob und der Großvater zurück nach Triebswetter. Wie wenig Jacob von seinem Vater als sein eigen Fleisch und Blut betrachtet zeigt sich, als er zum einen verkündet Sarelo als seinen alleinigen Erben einsetzten zu wollen und als die Russen über die Grenze kommen und alle jungen männlichen Deutschen deportieren wollen, verrät er diesen Jacobs Versteck, um Sarelo zu schützen. Jacob wird deportiert. Verraten vom eignen Vater und einer Mutter, die nicht für ihn einsteht.
Er kann jedoch aus dem Zug fliehen. Von da an beginnt er sich durchzuschlagen und am Leben zu bleiben, um das zurückzugewinnen, was genommen wurde: sein Erbe. Er wird zu einem kräftigen jungen Mann, der noch Träume hat, obwohl das Leben ihn so oft übel mitgespielt hat.
Zwischen den Kapitel über Jacob, erfahren wir mehr über die Familie Obertin und somit über Jacobs Wurzeln.

Eine interessante Familiengeschichte, die einem zugleich große Teile der deutschen Geschichte näher bringt. Leider sind die Ereignisse nicht so ganz fassbar, weil man über die Gegend, in der die Geschichte spielt und an der alle Ereignisse festgemacht sind, viel zu wenig weiß. Insgesamt las sich das Buch wirklich gut und war auch spannend, doch ist es insgesamt sehr düster. Man würde sich für Jacob besseres wünschen, doch Rückschlag folgt auf Rückschlag. Und seine Vorfahren sind alles andere als gute Menschen. Drückende tmosphäre durch und durch mit wenigen Lichtblicken. Schwer zu fassen.

(Ich danke dem C.H. Beck Verlag für das Rezensionsexemplar.)

3 Kommentare:

  1. Eine gute Rezension von dir! Ich habe ja genrell ein Faible für Familiengeschichten und werde mir diese hier wohl auch besorgen, auch wenn deine Rezension ein wenig "warnend" klingt.

    liebe Grüße,
    Cara

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  2. Oh, also wenn du es loswerden willst ;-) Buchsendungen sind ziemlich teuer nach England, aber du könntest es an eine deutsche Adresse schicken, wo ich meine Osterferien verbringen werde!

    lg,Cara

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  3. Hi, ich nochmal =)
    Ich habe dir jetzt eine Mail an deine lesespuren googlemail Adresse geschickt!

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